Scangaard 21 Classic
"Sauber gebaut, sauber zu Segeln"...
Geschichte
Historische Patin der Scangaard 21 Classic war die 1943 von der Reederei Laeisz bei Abeking & Rasmussen in Bremen-Lemwerder in Auftrag gegebene „Padua-Jolle“. Auf den Booten dieses Typs wurde fortan dem seemännische Nachwuchs der renommierten Reederei mit den bekannten „Flying P-Linern“ das seglerische Handwerkszeug verpasst.
Nach dem Krieg wurde Erich F. Laeisz erster Vorsitzender des Deutschen Hochseesport-Verbandes Hansa (DHH) der auch heute noch in Glücksburg an der Ostsee die Hanseatische Yachtschule betreibt. Zunächst sieben „Padua-Jollen“ waren die ersten Boote, die bei der Wiedereröffnung der Schule nach dem Krieg 1951/52 und bis Anfang der 80er-Jahre als Basis für die Kleinbootsausbildung dienten.
Der stetig steigende Reparaturaufwand für die in die Jahre gekommenen geklinkerten Holzjollen war schließlich ein klares Signal. HYS-Schulleiter Wilfried „Atze“ Lehmann beauftragte die Glückstädter Asmus-Werft mit der Neukonstruktion eines Nachfolge-Typs der – wenn auch in pflegeleichtem GfK produziert – doch optisch und hinsichtlich der Linienführung möglichst stark an das historische Vorbild angelehnt sein sollte.
Das Ergebnis war die „Hanseatische Kieljolle“, die bis heute im steten Einsatz bei der Yachtschule Wind und Wetter trotzt und Tausenden von Segelschülern die ersten Schritte auf dem Wasser ermöglicht hat. Die robuste Bauweise, leichtes Handling, das große und tiefe Cockpit, das angenehme Steuerverhalten und die hohe Seetüchtigkeit sind bis heute Grundlage für unkompliziertes und sicheres Segeln.
Die zeitlosen und klassisch harmonischen Linien mit dem stark positiven Deckssprung waren zu jeder Zeit ansprechend.
Gegenwart
Nachdem die HYS eine komplette neue Flotte erhalten hatte, wurden die Formen der „Hanseatischen Kieljolle“ für etliche Jahre nicht genutzt, die verbliebenen Reste gelangten schließlich in traurigem Zustand zu einer dänischen Werft.
In 2005 haben wir dort nach Reparatur und Aufarbeitung der noch verbliebenen Rumpf- und Decksform sowie etlichen Rekonstruktionen von Rigg, Interieur, Versteifungen, Pinne, Ruderblatt, Kiel und Beschlagsausstattung die ersten neuen Schiffe als „Scangaard 20“ gebaut.
Die gute Nachfrage nach der "kleinen" 20er brachte uns reichlich Feedback, was denn anders, zeitgemäßer, besser (?) gemacht werden könnte bzw. sollte:
„Moderner Bootsbau, klassische Linien, dazu aber wenig Pflegeaufwand und einfaches Handling“ sind gewünscht. Das war das klare Fazit aus den zahlreichen Reaktionen auf die Scangaard 20 Classic. Die erste Idee, die 20er nur leicht zu verändern, wurde nach eingehender Prüfung über Bord geworfen, zu viel hätte technisch aufwändig angefasst werden müssen ohne jedoch das Ziel zu erreichen. Stattdessen haben wir ergänzend zu dem vorhandenen Boot schließlich die neue Scangaard 21 Classic aufgelegt.
Zukunft
Die klassischen Linien blieben in enger Anlehnung an die 20er deutlich erhalten, aber die 21er ist ein echter Neuentwurf, der etwas länger, insgesamt durch Einsatz von modernen Sandwichlaminaten leichter und stabiler ist. Die GfK-Innenschale für das funktionelle Cockpit und der eingelegte Ballast machen das Schiff pflegeleicht, lassen aber weiterhin noch Raum für Möglichkeiten der Individualisierung. Wer möchte, ordert sein Deck und Cockpit komplett in edlen Teak- und Mahagoniehölzern, die Innenschale verschwindet dann optisch fast vollständig. Das einfach zu bedienende Rigg mit den nun zeitgemäß nach achtern gepfeilten Salingen sorgt für ein leichtes Handling.
Der Langkiel und das tiefe Cockpit machen das Schiff sehr sicher und geeignet für mehrstündige Schläge sowohl in Küstennähe als auch auf den Binnengewässern. Ohne lange Vor- oder Nachbereitungen ist der Einhandsegler genauso schnell und unkompliziert auf dem Wasser unterwegs wie die bis zu vierköpfige Familiencrew. Die klassischen Linien sorgen auch heute noch für hervorragende Segeleigenschaften.
Bau und Entwicklung der 21er werden als eigenverantwortliches Projekt durch unsere Auszubildenden durchgeführt. Mit der Einführung innovativer Bauverfahren und Übertragung von Verantwortung auf „junge Schultern“ legen wir den Grundstein für eine langfristig hohe Bootsbauqualität in Schleswig-Holstein.
Scangaard 20
Scangaard 20
Von der Scangaard 20 haben wir seinerzeit auf Aerö nur zwei Schiffe laminiert und in Fahrdorf ausgebaut, trotzdem war dieses Schiffchen ein wichtiger Zwischenschritt zur Entwicklung der 21er. Die guten Reaktionen brachten uns erst dahin, einen daran angelehnten Neuentwurf und Neubau zu wagen.
Das Vorbild, die "Hanseatischen Kieljolle" (Hans KJ) der Haneatischen Yachtschule in Glücksburg wird heute noch leicht verändert in Dänemark gebaut.


